7. Woche Outback

 

21.11.2022

 

Die Nacht war wie erwartet sehr kalt, aber der Minusgradbereich wurde zum Glück nicht erreicht, aber 4 Grad reichen zum Frieren auch. Um 6 Uhr zitterten wir uns aus den Federn und versuchten uns wenigstens mit einem heißen Kaffee von innen zu wärmen. Anschließend wurde alles zusammengekramt, verstaut, getankt und das sehr kalte Ballarat verlassen. Zunächst ging es Richtung Melbourne, dort waren wir erstaunt wie viel Verkehr sich durch die zum Teil 5 - 6 spurigen Hwy., bzw. Freeway schob. Der Verkehr verlief aber sehr diszipliniert und es gab keinen Stillstand. Nach einer gefühlten Ewigkeit hatten wir Melbourne hinter uns gelassen und steuerten jetzt Phillip Island an. In Tooradin, wo wir eigentlich übernachten wollten, legten wir nur eine kleine Rast ein und entschlossen uns weiter zu fahren. Über eine 600 m lange Brücke erreichten wir schließlich das Eiland der Zwergpinguine. Das Wetter war mittlerweile extrem ungemütlich, es regnete wie aus Eimern mit einem extrem unangenehm heftigen Wind. 

In Cowes buchten wir einen Stellplatz für 3 Nächte und hoffen auf besseres Wetter. Dann werden wir entscheiden, welche Highlights wir uns anschauen werden. Heute gehe ich nicht mehr vor die Tür!!!

 

 

 

Solch ein Teil sieht mal normalerweise nie auf öffentlichen Straßen.

Krasssss

 

Diese Bilder sagen mehr als 1000 Worte !!!!

 

22.11.2022

 

Die Nacht war mal nicht so kalt, dafür aber sehr nass. Haben aber dennoch gut schlafen können und auch mal ziemlich lange.

Das Wetter ist bescheiden, es regnet im 10 bis 15 Minutentakt. Wir fuhren am späteren Vormittag zum Nobbies Point, wo eine gute Aussicht auf den Seal Rock geboten wird, leider waren keine Robben zu sehen, zudem war es ziemlich stürmisch, nicht gerade die optimalen Bedingungen für ein Sonnenbad.

Konnten uns auf einem Küstenweg mit etlichen Aussichtspunkten den Küstenbereich anschauen und waren von der Schönheit dieser Inselspitze begeistert. Wir hatten sogar einen lebenden Zwergpinguin entdeckt, der sich vor seiner Bruthöhle eifrig putzte. Es waren sehr viele Möwen mit Jungtieren, Hühnergänse (heißen eigentlich Kap-Barron-Gänse) auch mit winzigen Junggänslein. Es waren viele Bruthöhlen und Brutkästen auf den Hügeln zu sehen, ich frage mich wie diese Pinguinwinzlinge vom Meer in ihre Höhlen kommen. Sie scheinen es aber zu schaffen, sonst hätten wir den kleinen Putzwinzling nicht entdecken können. Leider hatten wir auch einige verendete Pinguine gesehen.

Dort wo die Pinguinparade stattfindet ist ein riesiger Parkplatz, der darauf hin weist, dass bei der abendlichen Veranstaltung Massen von Menschen aufgereiht sitzend, die Parade an sich vorbei ziehen lassen. Wir hatten uns noch nicht entschieden, später hatten wir doch zwei Karten gebucht.

Auf dem Rückweg kreuzte ein Echidna die Straße, bis jedoch die Kamera und das Handy startklar waren, hatte der lütte Ameisenigel Fersengeld gegeben und war im Dickicht verschwunden.

Der restliche Spätnachmittags wurde relativ entspannt verbracht, mit der Hoffnung auf besseres Wetter morgen, vielleicht ein bißchen Sonnenschein.

Lieben Gruß in die Heimat und an unsere netten Kommentarschreiber.

 

23.11.2022

 

Das gewünschte bessere Wetter hatte sich erst ziemlich spät eingestellt, dennoch setzten wir unsere heutige Planung um.

Wir besuchten die Koala Reserve Station und konnten tatsächlich teils schläfrige, teils muntere Koalas sehen, es war einfach schön. Die ganze Station war sehr liebevoll und artgerecht gestaltet, man bekam das Gefühl, dass die possierlichen Tierchen hier sehr gut versorgt und betreut werden. Kleine Wallabies saßen im Gras und ein Jungtier wurde gerade gesäugt. Eine ordentliche Vogelschar sorgte für musikalische Untermalung und ein Kookaburra lachte dazu.

Es war eine sehr schöne Zeit, die wir dort verbrachten. Nun freuen wir uns auf die Pinguine heute Abend.

Da wir nicht wissen wie spät es heute nach der Parade werden wird, bekommt ihr unseren Bericht in zwei Teilen heute mit ein paar Koalerbildern. Die Pinguine gibt es dann morgen.

Anschließend besuchten wir den Fishermans Point in Rhyl, doch dort gab es nichts weiter. Auf dem Weg zurück nach Cowes fuhren wir an einem Mangroven Lookout vorbei, danach zu einem ganz alten Friedhof, der nach dem Willen der Bevölkerung aus dem Stadtgebiet verschwinden musste und jetzt an diesem idyllischen Hügel vor der Stadt liegt. Es war wirklich ein schönes Plätzchen um dort in Frieden ruhen zu können.

Bis später mit lieben Grüßen 

 

23.11.2022  Teil 2

 

Hier nun der noch fehlende Bericht von gestern.

Wir fuhren am frühen Abend zur Pinguin-Parade, warm angezogen und hoffentlich gut vorbereitet.

Der Parkplatz vor dem Pinguin-Center war riesengroß und wie sich später herausstellte auch fast  voll.

Die Tribünenplätze waren nachher fast vollständig besetzt. Zuerst waren wir etwas skeptisch, doch nach und nach kamen immer mehr Pinguininteressierte. Alle hatten Handys, Videokameras und Fotoapparate dabei, so auch wir, in der Hoffnung einige Fotos von den Winzlingen machen zu können. Es war eigentlich immer nur die Rede davon, dass ohne Blitz geknipst werden dürfe. Wir bekamen schon beim Eingang Fotoverbotsschilder dargeboten und auf Nachfrage den Hinweis, dass nach Sonnenuntergang nicht fotografiert werden darf, wozu ist man denn hier?

Es wurden noch einige Verhaltensregeln bekanntgegeben und auch kontrolliert.

Plötzlich gab es einige Aufregung, da sich noch ein Pinguin auf der Tribüne fand, der wohl in den Morgenstunden den Weg zum Strand nicht gefunden hatte. Der kleine Winzling wehrte sich lautstark und beißwütig, bis er endlich in seiner Transportbox verstaut werden konnte. Aber nur unter Protest. Er sah so entzückend und verletzlich aus, jedoch aber kampfbereit.

Die Anzahl der ständig hungrigen Möwen nahm immer mehr zu, da einige Besucher, vor allem Kinder genüsslich ihre Kekse verspachtelten, was einigen Leuten etwas Unbehagen bereitete

Als nun endlich der Sonnenuntergang stattgefunden hatte, wurden die Zuschauer ein wenig unruhig. Fast pünktlich um 20.45 Uhr verließen die ersten Pinguine das Meer und standen erst einmal etwas zögerlich am Strand, warteten auf die nächste Gruppe, machten dann alle wieder kehrt und tippelten wieder zurück ins Wasser, wenn sich die Möwen zu aufdringlich am Strand zeigten. Das ganze Procedere wiederholte sich einige Male, bis sich der erste Trupp auf den Weg machte, um über den Strand die Dünen hoch zu ihren Brutkästen bzw. Nestern zu gelangen. An mehreren Stellen des Strandes wuselte es von lütten Pinguinen.

Es war ein tolles Erlebnis.

Nach einer guten Stunde mit den Pinguinen waren wir etwas unterkühlt und machten uns auf den Weg zurück. Auf dem gesamten Dünengelände wuselte es vor lauter Pinguinen und inzwischen auch Menschen, die alle irgendwie nach Hause wollten. Der Parkplatz war voll mit Fahrzeugen, doch wir kamen schnell runter.

Da wir keine eigenen Fotos machen durften, bekamen wir den Hinweis, dass wir uns die Bilder von der Webseite der Pinguinstation runterladen dürften, was wir auch getan haben. Also sind die Pinguinbilder heute von der Pinguinstation, sind aber wahrscheinlich auch besser.

 

Pinguinstrand

 

Grüße von den Winzlingen

 

24.11.2022

 

Der Bericht von gestern war zwar zweigeteilt, dafür aber reichhaltig. Der heutige Bericht fällt heute deutlich kürzer aus. Wir verließen Phillip Island und fuhren nach Foster, das gute 100 km entfernt sein wird und werden dort eine Nacht bleiben. Wir haben nun noch 6 Tage, bis unser Wiedersehen mit Christel und Wolf endlich stattfinden wird. Hurra, es wird auch Zeit.

Foster ist nicht weiter erwähnenswert, eigentlich gar nicht. Der Rasen des Campgrounds ist durch den vielen Regen pitschnass und unverhältnismäßig teuer, doch für eine Nacht wird es wohl gehen. Wenn dann noch die sonderbaren Typen dort bleiben wo sie sind und nicht ihre Hunde auf meine frisch gewaschene Hose los lassen. Foster ist auf keinen Fall empfehlenswert, nie wieder.

 

25.11.2022

 

Wir verließen den pitschnassen Campground und hatten Glück, dass wir nicht stecken geblieben sind. Nun geht es Richtung Seaspray, alleine der Name klingt schon gut. Anfangs schien noch die Sonne, es hatte in der Nacht mal nicht geregnet, dafür fielen während der Fahrt ein paar Tropfen. Die Gegend wieder sehr weitläufig, üppig grün, kein Wunder nach dem vielen Regen. Auf den Weiden ganz viele Rinder, die meisten schwarz oder braun, mit vielen Kälbchen, die das satte Gras fraßen. Auf anderen Weiden waren Schafe mit reichlich Wolle und entzückenden kleinen Lämmchen. Auf den kleineren Straßen waren wir alleine unterwegs, es kam uns kein Auto entgegen, es kam schon ein etwas komisches Gefühl auf, als wenn wir in eine Zeitschleife gekommen wären.

Seaspray wurde erreicht, auch hier war nicht viel los, ein Towncenter gab es nicht, dafür aber einen 90-Meilen-Beach, den wir uns etwas später ansehen werden. Doch zunächst buchten wir einen Stellplatz auf einem sehr gepflegt aussehenden Campground ein, der auch nicht allzu voll besetzt ist und fast direkt am Strand liegt. Die ganze Anlage ist sehr sauber und der Rasen nicht so durchmatscht, wie die vorigen Plätze.

Nach einem kleinen Imbiss unternahmen wir einen sehr schönen Strandspaziergang, der Wind blies zwar etwas heftig, dafür lagen wunderschöne Muscheln am Strand. Ich musste mich natürlich bücken und welche aufsammeln, was dazu führte, dass sich ein Hexenschuss andeutete, der dann natürlich an Schmerzintensität zunahm.

Der Himmel verdunkelte sich und wir traten den Rückweg an, nun kam der Wind von vorne, was nicht so angenehm war, denn der Wind wirbelte einem den Sand um die Füße und das bitzelte arg.

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir völlig entspannt und schicken nun alles Liebe in die Heimat und an unsere treuen Leser und Kommentatoren.

Gute Besserung für Dany, Miriam, vor allem aber Lukas und auch Leonie, die noch die fitteste zu sein scheint. Wir drücken euch die Daumen, dass ihr bald wieder fit sein werdet. Dickes Bussi und eine herzliche Umarmung.

Bis morgen

 

26.11.2022

 

Morgen ist bereits der 1. Advent und ich habe keine Deko zur Hand und keine Kekse gebacken, was aber im nächsten Jahr mit unseren beiden Enkelchen stattfinden wird. Haben wir ihnen auch schon versprochen. Dafür habe ich ein kleines Weihnachtskänguru erstanden und ein paar adventliche Servietten.

Bevor wir Seaspray verlassen schauten wir uns noch den Merriman River an, der in der Bass Strait ins offene Meer mündet. Es waren sogar zwei ganz Verwegene, die im Fluss schwammen.

Die Sonne war schon dabei, die noch etwas kühle Luft zu erwärmen und sorgte für gute Laune.

Über Sale und Sanford ging es zielstrebig nach Bairnsdale. Die ganze Umgebung bot eine große Fläche an Überflutungen. Der Zusammenfluss von Thomson und La Trobe River hatte in Sale und Umland für riesige Überschwemmungen gesorgt, sogar der kleine Port Sale war nebst Uferweg geflutet. 

Wir erreichten Bairnsdale, dieses Städtchen ist ziemlich alt, wie einige andere auch, aber doch ein wenig größer. Hier steht das älteste Hotel von 1889, was sogar noch in Betrieb sein soll, der Pub war es auf jeden Fall.

Nach dem Einbuchen auf dem Campground, eine junge Frau an der Rezeption mit etwas herben Gesichtszügen stellte sich später als Adam heraus. Danach hatten wir einen kleinen Imbiss und wanderten anschließend ins Städtchen, um uns etwas umzuschauen.

Morgen geht es weiter Richtung New South Wales. 

 

 

 

 

 

Liebe Grüße und einen schönen ersten Advent

27.11.2022

Einen schönen ersten Advent für alle unsere Leser.

Heute geht es wieder auf die Strecke, zunächst bis Orbost. Dort machten wir aber nur eine größere Pause und schon ging es weiter. Hier bleiben wollten wir nicht wirklich. Die Fahrerei ging bis jetzt ganz gut, ging zwar ab und zu bergauf und bergab, sahen aber sehr viele verbrannte Bäume, an deren Stämmen aber viele grüne neue Triebe zu sehen waren. Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich die Natur wieder erholen kann. Die gesamte Strecke war nur mit reichlich Wäldern bestückt, ab und zu tauchte mal eine Farm und eine Viehweide auf.

Der nächste Spot, wo eigentlich eine weitere Übernachtung geplant war, war auch nicht der Brüller. Wir fanden in Cann River zwar den Campground, der zwar wahrscheinlich kostenfrei gewesen wäre, konnten uns aber nicht dafür erwärmen. Dafür machten wir eine ausgiebige Pause und beobachteten die Hwy-Police, die ein Auto angehalten hatte, wieso ???

Wir beschlossen, nach einem kleinen Imbiss, bis Mallacoota durchzufahren. Nun trennen uns bis zum Geschwistertreffen nur noch gut 80 km.

Mallacoota und der Campground waren nun erreicht, der wunderschön am Übergang zur Tasman Sea liegt. Da das Office gerade Mittagspause machte, konnten wir schon einmal über den Platz fahren und Ausschau halten. Wir hatten uns einen ausgesucht und auch bekommen. Das Beste war aber ein Koala mit Jungtier, die natürlich durch die etwas aufdringlichen Fotojäger ihren Baum wechselte. Es war einfach nur toll so etwas niedliches sehen zu können, da wurden alle bisherigen widrigen Wetterverhältnisse einfach ausgeblendet. Aber das war noch nicht alles, wir sahen noch einige Koalas.

Von Christel kam eine Nachricht, dass sie bei ihrer Fahrt wohl reichlich Rückenwind gehabt hätten und sie wohl morgen schon in Eden seien. Wir hatten uns aber, da wir auch drei Tage früher hier waren, für zwei Nächte eingebucht und werden Christel und Wolf wohl dann am Dienstag treffen. Bis dann.