2. Woche Outback

17.10.2022

 

Gestern fegte am Nachmittag noch ein Windy Willi über den Campground.

 

Ein neuer Tag begann und wir wollen heute nach Roxby Downs. Der Wetterbericht verheißt nichts Gutes, es soll am späteren Vormittag, auch dort, stürmen und heftig regnen. Der Himmel sah dementsprechend unheilvoll aus. Wir werden also nur einen Tagesausflug unternehmen. Doch zunächst muss unser Campingklo geleert werden, einen Dump point gibt es hier nicht wirklich, das Klo wurde in der Herrentoilette entleert, nun gut.

Wir machten uns auf den Weg und durchfuhren wieder eine atemberaubend schöne Gegend, riesige Weiten, teils trocken, teils herrlich begrünt. Aber auch viele Bereiche, die durch diverse Buschfeuer in Mitleidenschaft gezogen wurden, aber schon wieder neue Triebe zeigten. Tiere sahen wir leider nur totgefahrene, auch einen toten Dingo.

Roxby Downs wurde als Unterkunft für die im Uranabbau beschäftigten Menschen 1987 in Kooperation mit der Staatsregierung und einer der größten Bergwerksgesellschaft in dieser entlegenen Region komplett mit Wohngebäuden und der dazugehörigen Infrastruktur aufgebaut. Es hatte uns auch schon etwas verwundert, dass die Häuser nebst Grundstücken fast gleich aussahen. 

In dem Bergwerk (Olympic Dam) wird neben Kupfer, Uran, Gold und Silber abgebaut.

Nachdem wir wieder in Woomera waren, verbrachten wir den weiteren Nachmittag mit der Planung der nächsten Tage.

Morgen mehr, mit lieben Grüßen aus dem Outback

18.10.2022

 

Den australischen Gruß beherrschen wir bestens, nämlich Fliegen vom Gesicht, vor allem Nase und Ohren, vertreiben.

Gegen Morgen fing es wieder an zu regnen und nicht gerade wenig, der immer heftiger wurde mit einigen stürmischen Böen. Der Himmel ist grau verhangen, der Sonnenaufgang blieb heute wohl aus. Es treibt uns heute auf den Stuart Hwy. um Glendambo zu erreichen, wo wir den nächsten Stopp einlegen werden. 

Wir fuhren am Lake Garidner vorbei, der Teil des Garidner Nat.-Parks ist und als der viertgrößte Salzsee bezeichnet wird, er ist wirklich sehr groß, mussten ihn aber vom Parkplatz aus betrachten, da es sehr stark regnete und die Parkfläche teils schon heftig unter Wasser stand. Dieser See soll 160 km lang sein und bis zu 48 km breit. Seine Salzschicht soll bis zu 1,2 m dick sein. Die Fahrt auf dem Hwy. war bei dem heftigen Regen nicht wirklich prickelnd, denn wir mussten ständig mit Aquaplaning rechnen.

Als wir den Lake Hart erreichten regnete es immer noch, mal mehr, mal weniger heftig und dazu ein ordentliches Gewitter mit recht ordentlichen Blitzen. Dieser Salzsee führte tatsächlich Wasser, es hatte in den letzten Monaten auch mehr als genug geregnet, so auch heute ! Dieser See wurde früher zu Bomben-Testzwecken genutzt, noch heute sollen in Bomben in den Büschen am Ufer zu finden sein. Der Zugang zum See wurde durch die Trans-Australische-Bahnstrecke unterbrochen, heute legte Norbert sein Ohr nicht auf die Schiene, es war ja schon ein sehr langer Güterzug zu sehen.

Wir erreichten nach einer gefühlten Ewigkeit (115 km) unser angestrebtes Ziel, das Roadhouse Glendambo. Die Rezeption und vor allem auch den Stellplatz zu erreichen, war schon fast unmöglich, denn riesige Pfützen, oder waren es kleine Seen?, versperrten den Weg. Ich konnte uns aber doch schließlich anmelden. Der Campground war recht groß, wir aber die Einzigen auf dem Platz. Da wir Strom hatten, wurde als Erstes die Heizung angemacht, Kaffee gekocht und Vorbereitung für unser Diner getroffen.

Wir hatten für die sanitären Anlagen einen Zugangscode bekommen und Norbert hatte sie als absolut desolat und optisch mindestens 100 Jahre alt, einfach unmöglich und ungepflegt, beschrieben. Duschen sollte man hier nicht !

Morgen wollen wir nach Coober Pedy, hoffentlich mit Sonnenschein. Liebe Grüße in die Heimat. Bis bald.

19.10.2022

 

Kleiner Nachschlag zum gestrigen Tag. Wir hatten am Abend die „Bar“ des Campground aufgesucht und waren überrascht, wie alt diese Räumlichkeiten schon sein mussten, sie stammen sicherlich noch aus der Zeit der Schafszucht. Eine Familie mit zwei kleinen Kindern aß hier gerade zu Abend, sehr schweigsam wohlgemerkt. Der schätzungsweise 3 - 4-jährige Knabe vor allem, dessen Augen auf dem Handy klebten, verspeiste seine Pommes im Schneckentempo.

In der Nacht hatte es immer wieder mehr oder weniger stark geregnet und gewindet. Um kurz nach 8 Uhr waren wir schon wieder auf dem Hwy. Nun fuhren wir auf dem Stuart Hwy. Richtung Norden, es mussten über 250 km bis Coober Pedy heute geschafft werden.

Leichter Regen und ein ziemlich grau verhangener Himmel waren unsere Begleiter. Ich bekam wirklich heute ein lebendes Känguru zu sehen, das neugierig schauend in der Savanne saß.

Zum Teil war die Farbe des Hwy. an die Farbe der Erde angepasst. Viele Zufahrten zu irgendwelchen weit entfernten Farmen deuteten auf eine recht lange Anfahrt zu den Farmen hin, nirgendwo waren Häuser, geschweige denn Menschen zu sehen. Nur ein paar Rinder weideten in der Weite der Farmen. Die Landschaft ist geprägt durch Grasland und Strauchvegetation.

Auf fast der ganzen Strecke hatten wir kein Netz, erst 20 km vor Coober Pedy hatten wir wieder das TelstraNetz.

Coober Pedy hat sich ziemlich verändert, ist auch scheinbar flächenmäßig größer geworden, es gibt jetzt auch Bürgersteige. Ansonsten ist die Präsenz der Aborigines durch lautstarkes Gegröle deutlich.

Wir buchen uns für 4 Nächte auf dem Campground des Opal Inn Hotel bzw. Motel ein. In den nächsten Tagen werden einige Unternehmungen durchgeführt werden.

Die Undergroundkirche haben wir uns schon angeschaut, der Rest folgt die nächsten Tage.

Coober Pedy

 

20.10.2022

und herrlicher Sonnenschein !!!

Uns erwartete heute ein strahlend blauer Himmel und herrlichster Sonnenschein, wie man es eigentlich in Coober Pedy erwarten sollte. Die Temperatur stieg im Laufe des Vormittags auf über 30 Grad und wir starteten unsere Unternehmungen. Begonnen hatten wir im Visitor-Center und wollten dort eine Sunset Breakaway Tour für morgen buchen. Jedoch ist noch nicht ganz klar, ob die Tour stattfinden kann, es sei erst noch zu klären, ob die Offroadstrecke nach den heftigen Regenfällen der letzten Zeit befahrbar wäre. Läßt sich morgen klären.

Doch zunächst besuchten wir eine anglikanische Undergroundchurch und wurden von dem derzeit dort abgestellten Pastor herzlich willkommen geheißen. Er zeigte uns alles sehr gern und erzählte uns, dass er für 1 Monat hier sei. Die Gemeinde besteht aus 12 Gläubigen und dann sei es wohl unnötig das ganze Jahr über einen Pastor fest zu beschäftigen.

Wir machten im Faye‘s Underground House eine Führung mit, diese Behausung hat Faye mit drei Freundinnen in den frühen 1960er Jahren in die Felsen gehauen und dabei auch Opale gefunden und die Arbeiten auch weiter durchgeführt. Der Hammer war jedoch der Bau eines Pools im Haus, die Zimmer sahen behaglich aus, auch die Bar und eine Speisekammer gab es dort auch. Im Eingangsbereich war eine kleine Küche, sah eigentlich ganz urig aus und die Temperatur war äußerst angenehm und auch konstant, zumindest im Sommer. Für kalte und ungemütliche Tage im Winter gab es einen Kamin. Im Anschluss konnten wir noch einen Teil der Mine betrachten, die Bedingungen, unter denen die Minenarbeiten durchgeführt wurden, waren schon recht abenteuerlich.

Die Big Winch wurde als Nächstes begutachtet, wir kannten sie ja schon, doch die Aussicht über die kleine Buddelstadt ist schon beeindruckend. Die Winde, 8 m hoch, wurde in den 1970er Jahren errichtet, um Coober Pedy als Opalhauptstadt der Welt zu feiern. 

Anschließend fuhren wir zum Boot Hill Cemetery, wo unter anderem ein Grabstein aus den frühen 1970er Jahren von Mr. Karl Bratz zu betrachten. Auf diesem Grabstein, ein 18 Gallonen großes Bierfass, stand „ Have a drink with me „. Morgen werden wir uns den ersten Friedhof von Coober Pedy noch anschauen.

Ein kurzer Weg in die City wurde vorschnell abgebrochen, da wieder völlig verwahrloste Aborigines laut grölend unter den Bäumen saßen und von der Polizei des Platzes verwiesen wurden.

Den Nachmittag hatten wir dann völlig entspannt auf dem Campground verbracht und die wärmende Sonne genossen.

Big Winch

Boot Hill Cemetery

Faye´s Underground Home

Coober Pedy

21.10.2022

 

Es scheint wieder ein sehr sonniger und warmer Tag zu werden, hatten ja auch lange genug darauf gewartet. 

Nach unserem Morgenkaffee und einem kleinen Frühstück, Spiegeleier mit Bacon, wanderten wir zum ersten Friedhof von Coober Pedy, der neben einer griechischen Kirche angelegt wurde. Das älteste Grab war von 1921, alle Gräber waren sehr spartanisch.

Danach wanderten wir zur Umoona Opal Mine nebst Museum. Dort entdeckten wir die Sturt‘s Desert Rose, die wunderschön leuchtete. Von der Aussichtsplattform hatten wir erneut einen herrlichen Ausblick auf die Stadt.

In einem Waffel- und Coffeeshop nahmen wir eine Erfrischung, dieses Kaffee wird von einem Schotten und seiner Frau, die aus Kiel stammt und die „Kieler Sprotte“ genannt wird, betrieben und das 1988. Beide kamen 1982 nach Coober Pedy. Sehr schnell waren wir in ein intensives und interessantes Gespräch vertieft. Sie erzählte uns, dass seit 1982 in der Stadt keine Opalminen mehr betrieben werden dürfen, denn Coober Pedy war nun Regierungsbezirk von Süd-Australien. Das ganze Opalmining darf nur noch außerhalb der Stadt stattfinden. Die Minenarbeiter fahren also morgens zu ihren Claims, buddeln dort und hoffen auf Opalfunde und fahren dann am Abend zurück in ihre Häuser. Das Übernachten, bzw. Campen ist bei den Minen nicht gestattet.

Bei Oasis Tours buchten wir die abendliche Sunset Breakaway Tour und sollten um 4.45 Uhr abgeholt werden. Nun sind wir ganz gespannt, wie die Tour sein wird.

Es wurde dann aber 17.15 Uhr, ehe George uns einsammelte. Die Tour war einfach unglaublich interessant, wir durchfuhren eine sagenhafte Landschaft, landeten am Dingozaun und sahen Moon Plains, schwarz glänzendes glattes Gestein und ein schlafendes Kamel, müde von zu vielem Port. Der krönende Abschluss war dann der Sonnenuntergang und ein hüpfendes Känguru. Die Tour hat sich gelohnt. 

Sunset Tour

 

 

     Opal in seiner schönsten Farbe !1

22.10.2022

 

Heute wird wohl ein Ruhetag eingelegt werden, ehe es morgen wieder auf den Stuart Hwy. geht. Wir wollen morgen Richtung Süden, wohl auf die York- Halbinsel, die wir noch nicht kennen, so etwas gibt es wirklich, wir kennen noch längst nicht alles von Australien. Am Vormittag besuchten wir die erste Opalmine von Coober Pedy, die Old Timer Mine von 1916, wo damals mit Schaufel und Hacke nach Opalen gesucht wurde, ehe schwerere Geschütze, wie Noodlesmachine, eingesetzt werden konnten. Wir hatten 2003 die Mine das erste Mal besucht, doch sind wohl einige Umbaumaßnahmen erfolgt, die Mine hat sich ganz schön verändert. 

Einige Minenfelder, bzw. Abraumhügel (Dirt) wurden noch betrachtet, wenn die Sonne darauf schien, sahen sie wirklich beeindruckend aus und wir wurden von zwei hüpfenden Kängurus begeistert, einfach super.

Das Wetter war heute sehr heiß, sehr unangenehm und dunkle Wolken deuten auf ein heftiges Gewitter hin. Wir scheinen nicht zufrieden zu stellen sein, erst zu kalt und zu nass, dann zu heiß und zu trocken. Das Gewitter kommt sachte näher und wir hoffen auf eine angenehme Abkühlung.

Liebe Grüße in die Heimat, bis morgen

 

 

 

Heute haben wir sie hüpfen gesehen !!!

 

 

Im Bottle Shop: Alkohol gibt es nur gegen Vorlage von Pass oder Führerschein oder sonstiger Legitimation

 

23.10.2022

 

Wir verließen, nach gut verbrachter und regennasser Nacht, Coober Pedy kurz vor 8.30 Uhr. Vorher wurde noch einmal Frischwasser aufgetankt, das Klo und das Abwasser geleert. 

Das Landschaftsbild am Stuart Hwy. war wieder unbeschreiblich, nach all dem vielen Regen grünte und blühte es. Kängurus waren wieder keine an der Strecke zu sehen. Dafür aber reichlich gesperrte Offroadstrecken, Road closed,

Nach mehreren kurzen Pausen erreichten wir am frühen Nachmittag den Rastplatz am Lake Hart, wo wir die Nacht verbringen werden. 

Ein etwas verwildert aussehendes Pärchen, eigentlich eher der Mann, mit 2 Hunden hatte sich hier schon etabliert und wir nun auch.

Ein größerer Spaziergang zum See und wieder zurück, einfach schön. Unsere aufdringlichen Begleiter, die Aussie-Fliegen, auf die wir gerne verzichtet hätten, bedrängten wieder die Ohren, Nase und Augen, gräßlich.

Wir schafften es aber doch relativ fliegenfrei in den Camper. Nun neigt sich der Tag so langsam dem Ende zu und wir werden morgen weiter Richtung Süden fahren. Zwei kleine Zebrafinken saßen auf unserer Dachluke.

Mittlerweile stehen 10 Camper bzw. Campertrailer hier und scheinen den Tag ausklingen lassen zu wollen. Deutlich mehr als auf jedem bisherigen Campground.

Die Trans-Australian Railway ist mit superlangen Güterzügen unterwegs, die Wagons zu zählen ist fast unmöglich.

Bis bald