4. Woche Outback

 

 

        oh neeeee

 31.10.2022

 

Wir hatten fluchtartig den Platz verlassen, auf der Suche nach besserem und vor allem trocknerem Wetter. So langsam macht das alles keinen Spaß mehr, solch ein mieses Wetter hätten wir nicht erwartet.

Natürlich regnete es auf der Fahrt mehr oder weniger heftig. Vorbei ging es an riesigem Farmland, ein paar Schafe, ein paar Alpakas und natürlich Rinder, die auf den nassen Wiesen standen, den Popo immer hart am Wind.

Gestern hatten wir uns noch einmal die wettermäßigen Aussichten für Känguru-Island angeschaut, das Wetter dort sollte in einer Woche angenehm werden, jedoch hatten wir keine Möglichkeit die Fähre buchen zu können. Sollte erst ab Dezember möglich sein??? Also bleiben wir auf der großen Insel.

Unsere Route führte uns in das Barossa-Valley, das bekannt für seine Weine ist. Riesige Weinberge mit zarten kleinen Trauben. Alles sieht so friedvoll aus, als wenn es keine Unwägbarkeiten gäbe.

Wir ziehen den Caravanpark in Nuriootpa, der Name ist schon der Brüller, in Erwägung, doch können wir erst ab 13.30 Uhr dort einchecken, da die Reinigung der Cabins noch nicht abgeschlossen sein soll. Nun gut, vertreiben uns die Zeit bei strömendem Regen im Town Centrum.ü

Wir schlafen also heute Nacht nicht im Auto, sondern in einer beheizbaren Cabin, haben eine gute Dusche und auch eine Kochmöglichkeit. Der Heizlüfter und die Aircondition wärmen recht schnell, wir hatten sogar das Bett aufgedeckt, das Bad geöffnet und sogar die Schränke, denn alles war verdammt kalt. Im Nu ist es angenehm warm und behaglich. Diese Annehmlichkeiten werden wir in den nächsten beiden Tagen genießen und es auch tun.

Liebe Grüße an alle in der Heimat, bei herrlichstem Spätsommerwetter, Neid!!!, und ganz lieben Dank für die netten Kommentare.

 

 

In einer Touristeninformation hatten wir einen Prospekt über eine kulturelle Protestaktion gefunden und diese Statuen wollten wir uns natürlich ansehen, die Protestler hatten sich nicht auf den Hwy. geklebt, sondern diese Statuen errichtet. Doch dem war nicht so, in ganz Dublin war nichts zu finden, auch nicht in der näheren Umgebung. Wir fuhren also gefrustet weiter und plötzlich standen die Statuen am Straßenrand des Hwy. 1 ohne irgendeinen Hinweis darauf und wir hatten keine Gelegenheit diese zu fotografieren.Und dafür macht man Werbung, wenn niemand sie betrachten, geschweige denn fotografieren kann, macht für mich keinen Sinn. 

 

Kriegsgefallenen Denkmäler gibt übrigens in fast jeder und noch so kleinen Stadt. Australische Soldaten, die in der gesamten Welt gefallen sind, werden hier genannt. Diese Gräber sind meist im Zentrum der Stadt und sehr gut gepflegt. 

 

 

    immer noch - Regen !!!

1.11.2022

 

Halloween ist überstanden und die sehr regnerische Nacht auch. Es schüttete ohne Ende und trommelte dementsprechend heftig auf das Dach. Die morgendliche Temperatur in der Cabin, die Heizung lief die ganze Nacht, war deutlich angenehmer als im Camper, die Temperatur draußen lag bei 6 Grad!!!!

Der Regen hatte uns allerdings einen schönen Regenbogen an den Morgenhimmel gezaubert.

Wir fuhren nach Tanunda, wo es ein Visitor-Center geben soll, die Angaben hierzu waren mal wieder „sehr“ hilfreich und die Infos, die wir dort erhielten ebenso.

So alle 5-10 Minuten regnete es doll bis ganz doll, einfach prima und wir suchten schnellstens ein Vordach auf oder gingen in ein Geschäft.

Der Tag läpperte so vor sich hin, einen kurzen Spaziergang im Park hinter dem Campground hatten wir geradeso hinbekommen, ohne nass zu werden.

Wir planten unsere weitere Route Richtung Osten nach Bamera oder Renmark, in der Hoffnung auf ein paar wärmere Grade.

Liebe Grüße 

2.11.2022

 

Die Nacht war wieder sehr kalt, sodass wir die Heizung in Betrieb nahmen. Danach konnten wir wieder entspannt weiterschlafen. Kurzes Duschen, Kaffeegenuss und alles wieder zusammenkamen, dann befuhren wir mal wieder den Sturt Hwy. Es ging vorbei an unglaublich riesigen Weinanbaugebieten, sehr große, bis an den Horizont reichende Getreidefelder, natürlich Schafe und sogar eine Farm mit Alpakas, es war einfach nur schön.

Wir durchfuhren jetzt die Riverlandregion, sehr schön und sehenswert, hatten aber einen Hinweis, dass in ein paar Metern ein Rastplatz sei, indem man Obst und Gemüse entsorgen müsse, Einfuhrverbot in die Riverlandregion. Wieso und weshalb konnte ich nicht klären, vielleicht bekomme ich noch die Info. Diese Region entlang des Murray Rivers besitzt ein mediterranes Klima, ein bißchen bemerkten wir, weshalb auch der Wein und die verschiedensten Obstsorten so hervorragend gedeihen. Der gesamte Weinanbau in der Region ist sehr bedeutend, es scheint sich ein ertragreiches Weinjahr anzudeuten, wenn der viele Regen und die reichlichen Überschwemmungen nicht dazu beitragen, dass der Wein zu „dünn“ wird.

Wir fuhren am Murray-River entlang, der sehr viel Wasser führt und auch einiges an Flächen überflutet hat.

Wir hatten nun Loxton, eine kleine Stadt am Murray-River erreicht und wollten dort für 2 Nächte eine Cabin buchen, doch dies war nicht möglich, denn der gesamte Campground stand wegen der heftigst überfluteten Parkflächen nicht mehr zur Verfügung. Der Lower Park, der beide Campflächen trennt, ist jetzt ein großer See, ca. 1-1,5 m tief, man bekommt sehr nasse Füße. Wir haben einen Stellplatz mit Strom bekommen und stehen direkt am „See“, bzw. am Park.

Ein kleiner Spaziergang entlang des gefluteten Parks machte uns deutlich, welch eine wettermäßige Gewalt herrschen kann, um alles gewohnte zu überspülen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Unser Highlight des heutigen Tages waren mehrere Kookaburras, die uns mit ihrem ansteckenden Lachen begeisterten und auch fotografieren ließen.

 

3.11.2022

 

In der Nacht hatte es mal nicht geregnet und auch nicht gestürmt. Die Nachttemperatur war akzeptabel, einen Pelzmantel brauchten wir nicht. Haben gut geschlafen, besser als in der Cabin, die war uns wohl zu groß. Da wir in der Riverland Region unterwegs sind, haben wir mediterranes Klima und das genießen wir.

Nach dem Morgenkaffee und einer angenehm warmen Dusche machten wir uns auf den Weg ins Stadtzentrum, zu Fuß wohlgemerkt.

Wir hatten vor, uns die Historical Village von Loxton anzuschauen, die recht harmonisch direkt am Murray River liegt und nicht geflutet wurde. Wir hatten in Erfahrung bringen können, dass Überflutungen wohl nicht ungewöhnlich seien.

Beim Ticketkauf bekamen wir ermäßigten Eintritt, da Senior, und konnten unseren Rundgang starten. Dieses Village wurde sehr liebevoll restauriert und auch erhalten, die Leute vom Rotary-Club sind ganz eifrig dabei.

Man bekam das Gefühl in die späten 1890er Jahre zurück versetzt zu werden.

Loxton wird als nicht unbedingt interessantes Reiseziel beschrieben, wir sind aber der Meinung, dass man sehr viel entdecken kann.

Der Name der Siedlung geht auf einen Grenzreiter zurück, der hier eine recht einfache Behausung errichtet hatte. Der Name des Mannes war Loxton.

Zwei Dutzend Gebäude aus der Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurden originalgetreu wieder aufgebaut, um einen authentischen Eindruck vom Leben der damaligen Zeit zu schaffen.

Wir waren insgesamt gut 6 km unterwegs und gut 90 Minuten im Village. Es hatte sich aber wirklich gelohnt. Per Audioinfo wurden uns die Town Stories erzählt.

Es war heute ein schöner und erlebnisreicher Tag und dazu noch ein trockener, es hatte mal nicht geregnet. Nun hoffen wir auf weitere schöne und trockene Tage.

Liebe Grüße in die Heimat.

Loxton Historical Village

Slideshow

 

4.11.2022

 

Ein herrlich blauer Himmel mit wärmendem Sonnenschein weckte uns, es scheint also ein wunderschöner Tag zu werden. Ein Kookaburra hat uns wach gelacht, herrlich. Die Nacht war aber sehr kalt, brrrr.

Wir hatten gestern in Loxton noch einen kleinen Campingtritt bekommen, einen Seniorentritt, wie Norbert meinte, der mir das Aus- und Einsteigen in den Camper doch ein wenig erleichtert. 

Wir hatten nur eine kurze Strecke zu fahren, bis Renmark, wo wir bleiben wollen, es waren nur 40km. Die Überflutungen sind hier nicht weniger, es werden sogar auf den Campgrounds Schutzwälle errichtet, denn es wird auf die Schneeschmelze aus den Bergen gewartet, es wird auf eine Steigung des Flussbettes von ca. 1,5 bis 2 m gerechnet. Ich glaube, das wollen wir nicht wirklich erleben. Hatten hier drei Stellplätze zur Auswahl, auf dem Big-4 war zu viel los, auch hier wurden Schutzwälle errichtet, der Paringa Stellplatz gefiel uns nicht, doch hier fanden wir das Haus von Frank, the Chock man, mit dem Hut und darauf ein Huhn, der uns 2014 bereits im Daly Water Pub aufgefallen war, wo er mit seinem Huhn eine Show hinlegte, er wollte Geld verdienen um seine Frau und seine 6 Kinder ernähren zu können. Ob es ihm gelungen ist, wissen wir nicht, er hat aber immer noch seine Spardose sichtbar angebracht. Der Riverbend Caravan Park ist zwar nicht der Brüller, auch hier wurden Schutzwälle errichtet, doch wir buchten uns ein. Der Platz ist zwar ein wenig eingeschränkt, doch haben wir einen Stellplatz am River. Die Überraschung war, dass es hier Koalas geben soll, doch alle Eukalyptusbäume waren ohne Koalas. Dafür hatten wir etliche Kängurus auf dem Platz und die waren nicht wirklich scheu. Wenigstens was. Eines sah uns sogar beim Abendessen zu.

Am Nachmittag hatten wir einen Spaziergang in den gegenüber liegenden Murray-River-Nat.-Park unternommen, ich wurde mal wieder durch Ameisenbisse attackiert, wirklich schmerzhaft, aber selbst der kurze Walk im Nat.-Park war recht beeindruckend. 

Unser Abendessen wurde ein schmackhaftes BBQ, sogar ohne Mücken, die wohl momentan recht stichwütig sein sollen, also gab es als Vorspeise Mückenspray. 

Jetzt müssen wir erstmal schauen, wie es in den nächsten Tagen weiter gehen wird, wenn wirklich mit der Schneeschmelze gerechnet werden muss. Wir müssen, glaube ich, mit allem rechnen.

Wünschen euch allen einen schönen Herbsttag, wir gehen demnächst schlafen. Liebe Grüße bis morgen 

 

Einkaufszentrum in Renmark

Mann mit Huhn auf dem Kopf

 

5.11.2022

 

Heute war ein zauberhaft warmer und sonniger Tag, an dem es nicht wirklich viel zu berichten gibt. Nach dem aufmunternden Kaffee fuhren wir zum Heading-Cliff-Lookout, benannt nach einer Familie, die hier über vier Generationen lebte. Es wurde eine beeindruckende Sicht geboten, riesige überflutete Flächen und steile Felsabbrüche die nicht gerade Wohlbehagen einflößten. Sah aber sehenswert aus. Wir fuhren wieder an riesigen Wein- und Citrusplantagen vorbei und Norbert hatte eine übriggebliebene Orange ergattert, die anderen waren bereits abgeerntet.

Der Nachmittag wurde relaxed gestaltet, Norbert machte ein Nickerchen im Campingstuhl und ich hatte gelesen. Morgen geht es Richtung Mildura, mal schauen wie es im weiteren Verlauf des Murray-River aussieht, oder ob wir unterwegs nicht weiter kommen werden.

Drückt uns die Daumen. Wir schicken ganz liebe Grüße und herzlichsten Dank für den Schönwettertanz, es hat wirklich was genutzt, also bitte weiter tanzen. 

Bis morgen

6.11.2022

 

Der Morgen begann mit einem herzhaften Gelächter der Kookaburra, einfach ein guter Start in einen neuen Tag.

Die Strecke nach Mildura war nicht der Hit, Getreidefelder und Wein- nebst Obstplantagen in extremer Größe und Weite.

Die ersten Hinweisschilder auf den anstehenden Bundesstaatenwechsel von Süd-Australien nach Victoria tauchen auf, mit dem Hinweis, dass Obst und Gemüse die Grenze nicht passieren dürfen. Ein Auto steht am Straßenrand und die Leute kauen mit vollen Bäckchen ihr Obst weg, ob Gemüse dabei war, weiß ich nicht.Aber die ganze Aktion war umsonst, kontrolliert wurden nur die Fahrzeuge von Victoria nach Süd-Australien. Die armen Leute haben sich umsonst den Bauch mit allem Verbotenen vollgestopft.

Gegen Mittag erreichten wir Mildura, eine recht große Stadt am Murray River, die 1887 gegründet wurde und zog in nur 4 Jahren über 3000 Siedler an. Die Bedingungen müssen damals sehr anstrengend und strapaziös gewesen sein, denn erst 1903 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz. Die Stadt liegt in einer „Fruit Fly Exclusion Zone“, in die zum Schutz vor Fruchtfliegen bestimmte Obst- und Gemüsesorten nicht eingeführt werden dürfen.

Die ganze Region hier ist Australiens Obst- und Gemüsegarten. Von hier kommen fast alle Rosinen in Australien, zwei Drittel der Tafeltrauben, ein Drittel aller Oliven und reichlich Mandeln und Pistazien.

Mildura ist von vier Nat.-Parks umgeben, ein guter Ausgangspunkt für Entdeckungsfahrten, aber nicht zur Zeit. Vieles steht unter Wasser, wir werden morgen versuchen das eine oder andere Highlight anfahren und begutachten zu können. Mal schauen, wie weit wir kommen werden.

Wir hatten schon heute einen kleinen Vorgeschmack, weit gekommen sind wir nicht. Hier wird Mitte November damit gerechnet, dass es noch einige Überflutungen geben wird.

Bis morgen mit lieben Grüßen und tanzt bitte weiter, das Wetter wird immer besser, lieben Dank dafür, bye, bye