9. Woche Outback

 

 

     

  Zeckenalarm  !!!

 

5.12.2022

 

Der Tag fing gut an, Norbert meinte, ich solle mir mal einen Pickel am Rücken anschauen, doch der entpuppte sich als Zecke! Die Rötung war schon mal nicht ohne und Christel hatte ein Vereisungsspray dabei, das die Zecken entweder abtötet oder sie dann von ihrem Biss abläßt.

Die Op ist gut verlaufen, hatten auch eine starke Unterstützung von einer anderen Camperin, die in einem Chemistladen arbeitet und sich scheinbar damit auskennt. Sie hatte Teebaumöl dabei und eine kleine Zeckenzange, die eigentlich bei Hund und Katzen eingesetzt werden. Die Zecke war sehr hartnäckig, habt sich aber doch entfernen lassen. Nun müssen wir nur noch die Rötung beobachten, ob sie sich verstärkt.

Nach dem medizinischen Eingriff verließen wir Narooma und machten uns weiter auf den Weg Richtung Sydney. Gelandet sind wir in Moruya Headsets im East Dolphin Beach Holiday Park, wo wir jetzt zwei Tage bleiben werden. Die Sonne hat sich verabschiedet und jetzt wird erst einmal der einsetzende Regen abgewartet, ehe wir unser BBQ in Angriff nehmen werden. 

Ganz liebe Grüße in die Heimat, bis morgen, dann gibt es vielleicht ein wenig mehr zu berichten.

 

Liebe Christiane, wieder Strandbilder ohne Menschen !!!

 

6.12.2022

 

Der Regen und das Gewitter waren nicht ohne, wir haben aber gut schlafen können. Die Sonne schien schon recht intensiv und die Birdies gaben sich ein Stelldichein. Einer tönte mehr als der andere, aber der Kookaburra mit seinem ansteckenden Lachen stellte alle andere Vögel in den Schatten. Gestern hatten wir noch schwarze Kakadus gesehen und gehört, sehr lautstark und intensiv, war einfach toll.

Durch den Regen am Vorabend und in der Nacht, war alles ein wenig feucht, wenn nicht sogar nass. Doch wir rüsteten uns für einen ausgiebigen Strandspaziergang, der einfach unbeschreiblich schön war. Das Meer rauschte, der Strand war mit den komischen portugiesischen Galeeren bestückt, dafür weniger Muscheln aber Felsformationen, die einfach toll aussahen und eine wirklich besondere Ausstrahlung auslösten.

Danach bekamen wir wieder Besuch von Magpies, die ein Chicken dabei hatten (ein kleiner Magpie), der vor lauter Hunger schrie und gefüttert werden wollte. Sie bekamen ihre Körner, Christel hatte vorgesorgt und welche mitgebracht, und dann war die Welt wieder in Ordnung und die Vögel waren dankbar. Mal schauen, ob sie morgen früh wieder kommen werden.

Der Nachmittag war etwas frisch und teils auch ungemütlich, so dass wir unsere Aktivitäten in den Camper verlegten.

Morgen werden wir weiter nach Norden fahren, denn wir haben nicht mehr allzu viel Zeit, dann geht es wieder nach Hause.

Ganz liebe Grüße an alle zu Hause, liebe Diane tanze bitte weiter und liebe Christiane schreibe bitte weiter. Wir freuen uns jeden Tag auf die netten Kommentare. Danke dafür.

Für Lukas und Leonie: Oma und Opa kommen bald wieder nach Hause, ein dickes Küsschen für euch.

 

7.12.2022

 

Der Nikolaus hatte uns nicht besucht, da wir keine Schuhe rausstellen konnten, haben den Tag aber dennoch überstanden. Wir durchfuhren etliche Gegenden, die wir vor 8 Jahren schon einmal bereist hatten. Die Fahrt bis nach Ulladulla verlief komplikationslos, bis unser Navy uns rechts und links schicken wollte, waren schon ein wenig unsicher, hatten unser Ziel aber doch erreicht. Buchten uns für eine Nacht ein und fanden den Platz ganz okay. Christel und ich wanderten in das Stadtzentrum, Norbert und Wolf machten einen Walk in die Rocks.

Wolf ist dann wohl irgendwie gerutscht und gefallen, hat sich am Arm verletzt und seine Kamera hat auch was abbekommen. Als Christel und ich vom Stadtbummel zurückkamen wurde erst einmal die Erste Hilfe Station in Betrieb genommen und Wolf verarztet. Er war sehr tapfer.

Das Wetter hatte sich besser gehalten als vorausgesagt und wir konnten einen sehr schönen Abend zusammen verbringen. Die Vögel, Kookaburras, Lorikeets und sogar ein Seeadler schwirrten um und über uns, es war ein tolles Erlebnis. Als aber die Mücken auftauchten, tauchten wir ab und zogen uns zurück.

Wir wünschen allen einen schönen, nicht allzu grauen Tag und schicken ganz liebe Grüße, bis morgen.

 

8.12.2022

 

Nach einem recht heftigen Gewitter und reichlichem Regen in der Nacht starteten wir bei etwas sparsamem Sonnenschein in den neuen Tag. Heute geht es nach Berry auf einen Showground Park, auf dem heute auch noch ein Produktmarkt stattfinden wird.

Berry ist eine entzückende kleine Stadt mit einem historischen Hintergrund, wie viele andere kleine Städtchen auch. Die ursprünglichen Bewohner waren die Wodi Wodi People des Dharawal Stammes. Die ersten europäischen Siedler kamen 1825. Die Einwohnerzahl war nie besonders groß, 2016 lag sie bei 2667. Von dieser Anzahl waren fast 80% in Australien geboren.

Der Nachmittag wurde in diesem entzückenden Städtchen verbracht, wir hatten heiße und frische Zimtdonuts verspachteln können, die verdammt lecker schmeckten.

Danach besuchten wir den Produktmarket auf dem Campground, war originell, jedoch etwas überteuert. Der Rest des Tages wurde mit ein paar Käse-, Wurst- und anderen Häppchen absolviert, bis es etwas zu frisch wurde. Das Wetter hatte es heute gut mit uns gemeint und der Abend war schnell vorbei. Die Vögel machten ein Mordsspektakel, bis sie ihre Schlafplätze in den Bäumen ergattert hatten und endlich ihre Schnäbel hielten.

Morgen geht es weiter nach Kiama, während Christel und Wolf nach Hause fahren werden. Wir werden dann am Sonntag in Sydney sein und unsere Reise vorerst abschließen. 

Ganz liebe Grüße in die Heimat, bis morgen.

 

9.12.2022

 

Nachdem wir unseren Kaffee hatten, begannen wir unsere Sachen zu verstauen und verließen Berry Richtung Kiama. Diese Küstenstadt ist die erste ländlich geprägte Stadt südlich von Sydney. Die Fahrt entlang des Princes Highway war wieder sehr schön, saftig grüne Felder und riesige Farmen.

In Kiama angekommen bewunderten wir zunächst das berühmte, durch Erosionsprozesse aus Säulenbasalt und Latit (Ergussgestein) entstandene, Blowhole, das heute durch den recht heftigen Wind aus Südost mehrere Wasserfontänen geboten hatte, die bis zu 50 m hoch sein können. Es war wieder total beeindruckend, mit welch einer Kraft das Wasser empor gedrückt bzw. geschleudert wird. 

Kiama befindet sich an einer Stelle, an der sich zwei starke Lavaströme überlagern. Hier lebten lange vor den ersten Europäern Aborigines vom Stamm der Tharawal. Die ersten Europäer waren um 1810 Sträflinge und Geflohene, die als gewalttätiger Haufen bezeichnet wurden und mit dem Abholzen von Rotzedern beschäftigt waren. Kiama wurde damit zu einem der wichtigsten Häfen für den Zedernhandel.

Nachdem wir einen schönen, an der Küste liegenden Campground gefunden hatten, buchten wir uns für die nächsten beiden Tage hier ein. Wir wanderten dann zielstrebig in die City und erneut zum Blowhole, was man sich einfach mehrfach anschauen kann.

Dann ging es zum Fishhouse, wo wir sonst immer Fisch gegessen hatten und es auch heute wieder taten. Die ganze Atmosphäre des kleinen Hafens ist immer wieder beeindruckend. Was aber fehlte waren die vielen Pelikane, die sonst hier waren, es gab nur noch einen Pelikan, der zum Hauspelikan wurde und im Restaurant und in der Küche stolzierte und sich von den vielen Touristen, die hier ihren Lunch hatten, nicht stören ließ. Ich fand es schade, dass es nicht mehr so viele Pelikane hier gibt, es fehlte was.

Wir schauten uns den Rockpool an, in dem einige Leute schwammen und das Wasser war bestimmt nicht angenehm temperiert. Dafür saß ein recht großer Seelöwe oder Seebär auf den Felsen und genoss wohl die Sonne.

Nun ging es zu den historischen Terrace Houses, in denen viele kleine, teure, Geschäftchen angesiedelt sind. Früher wohnten die Arbeiter mit ihren Familien, die beim Basaltabbau beschäftigt waren. Flanierten durch die Mainstreet mit ihren unzähligen Cafés, kleinen Boutiquen und Restaurants.

Morgen wollen wir uns das kleine Blowhole anschauen, das nicht weniger spektakulär ist.

Bis morgen ihr Lieben mit vielen Grüßen.

 

10.12.2022

 

Nach einem kuzem  Frühstück und gut verbrachter Nacht wanderten wir auf dem Kiama Coast Walk zum kleinen Blowhole, das hinter dem East Beach Holiday Park zu finden ist. Wir waren vor 8 Jahren schon einmal hier. Das kleine Blowhole war nicht weniger spektakulär als das große. Die Wasserfontänen schossen mit einer irren Kraft und Geschwindigkeit, sowie Gedöns aus dem kleinen Loch. Der Weg dorthin war sehr schön, teils ein wenig unwegsam, aber mit einem tollen Blick auf die kraftvollen Wellen in der Bucht, die an die Küste donnerten.

Mittags hatten wir einen kleinen Resteimbiss, der Kühlschrank muss noch geleert und die restlichen Lebensmittel verspachtelt werden.

Nach dem Imbiss wanderten wir erneut in die City, bewunderten wieder das große Blowhole. Heute waren deutlich mehr Menschen vor Ort, es ist halt Wochenende. Dazu kam eine tutende Dampflok, die wohl nach 30 Jahren ihre Fahrt wieder aufgenommen hatte, nachdem sie über 8 Jahre restauriert wurde. Das Getute ging über den ganzen Nachmittag und die Dampfwolken waren deutlich zu sehen.

Am Fishhouse waren heute sogar 3 Pelikane vertreten und wir waren froh sie zu sehen. Viele Angler versuchten ihr Glück ein Abendessen an Land zu ziehen, es schien aber nicht wirklich zu funktionieren.

Nach gut 4 Stunden und lahmen Füßen waren wir wieder am Campground und hatten am Strand noch die Gelegenheit eine größere Ansammlung von Kindern, in jeglicher Altersstufe, zu betrachten, die wassersportlich beschäftigt wurden. Es waren Heidenspektakel.

Bei uns war jetzt die Luft raus und wir werden die letzten Stunden mit dem Camper absolvieren.

Morgen geht es nach Sydney zu Christel und Wolf, um die letzten Tage, die uns noch bleiben, zusammen zu verbringen können.

Wir wünschen euch allen noch einen schönen dritten Advent, bleibt alle gesund und laßt euch von der Grippewelle nicht beeinträchtigen. Ganz liebe Grüße, bis bald

 

11.12.2022

 

Ich glaube, wir haben gestern Johannas Geburtstag verschusselt. Tut uns sehr leid und schicken nachträglich alles Liebe und Gute.

Wir verließen Kiama in Richtung Bombo Head, dort konnten wir Surfer beobachten, die auf ihre Superwelle warteten. Dann waren plötzlich Delfine zu sehen, die ausgelassen im Wasser trieben, Fische zusammentrieben oder irgendwelche Loopings machten. Es war einfach schön und super zu betrachten. Die Surfer waren reichlich vertreten und sehr emsig bestrebt die Welle, die sie brauchen, zu erhaschen. 

Die Basaltsäulen waren wieder der absolute Hingucker, beeindruckend, faszinierend und von vergangener Zeit.

Anschließend fuhren wir Richtung Sydney weiter, durch viele kleine Örtchen bis zur Seacliff Bridge, die vor etlichen Jahren gebaut wurde um dem starken Verkehr und dem starken Abrutschen der Straße und Felsen zu entgehen. Das hatte natürlich zu relativ starken Protesten geführt, die Brücke wurde aber trotzdem gebaut. Es waren heute sehr viele Leute unterwegs. Die Brücke ist 1,7 km lang und war sehr gefragt heute.

Am Bald Hill legten wir eine Pause ein, die uns eigentlich etwas entschärfen sollte, doch die vielen Besucher waren unerbittlich.

Nun wollten wir nur noch nach Loftus und fuhren los, doch lange dauerte unsere Fahrt nicht. Ich hatte zwischendurch bemerkt, dass einige Schubladen nicht verschlossen waren und bin während der Fahrt aufgestanden, um sie zu schließen. Plötzlich ertönte eine Polizeisirene und zwei Polizeistreifen fuhren hinter uns her und stoppten uns. Das Ende vom Lied war, dass wir zum Glück nur eine Verwarnung bekamen. Wir wurde belehrt und registriert, beim nächsten Mal wären dann 326 Dollar fällig, aber pro Person. Nun gut, es wird kein Zentimeter mehr ohne Gurt zurück gelegt werden.

Letztendlich haben wir Loftus erreicht und Norbert ist froh, nicht mehr Auto fahren zu müssen.

Wir quatschten noch eine ganze Weile, Christel hatte was schmackhaftes gezaubert.

Morgen wird der Wagen abgegeben und Sydney erkundet werden. Liebe Grüße und noch einen schönen dritten Advent.