3. Woche Outback

 

 

 

Abendstimmung am Lake Hart

24.10.2022

 

Die Nacht am Lake Hart war sternenklar, es funkelte und glitzerte am gesamten Nachthimmel. Sie war zudem sehr kalt, mal wieder. Die Übernachtung hier hatte sich wirklich gelohnt. Kleine Fairy Tails hüpften um unseren Camper und wippten eifrig mit ihren Schwanzfedern.

Nach dem Kaffee brachen wir unsere Zelte hier ab und fuhren zunächst Richtung Port Augusta.

Auf der Strecke sehen wir einen Emu-Papa mit seinen Zöglingen, nur Kängurus waren mal wieder nicht dabei, dafür passierten wir scheinbar etliche Schaffarmen, die knuddeligen Wollknäuel grasten genussvoll das satte grüne Gras.

Wir erreichten den Mount Remarkable Nat.-Park, in dem wir 2003 schon einmal übernachtet hatten. Er war aber nicht mehr wieder zu erkennen, wollten eigentlich hier über Nacht bleiben, hätten vorher aber bereits buchen müssen?oder sollen? Den Platz werden wir aber auf dem Rückweg in Erwägung ziehen. Beim Verlassen des Parks sehen wir wirklich Kängurus 🦘 und auch noch lebend, sie ließen sich fotografieren, ohne davon zu hüpfen. Dazu kamen noch zwei Emus.

Etwas angemüdet erreichten wir Port Pirie, eine kleine Industrie- und Arbeiterstadt von 1845. Der Hafen war bis 1973 ein großer Umschlagplatz für Getreide und Blei, Kupfer, Silber Zinn, Gold u.s.w. aus den Minen und Bergwerken in Broken Hill.

Der Campground liegt direkt am Pirie-River und wir haben einen super Stellplatz mit Blick auf den Fluss.

Bis morgen, alles Liebe

 

25.10.2022

 

Heute gibt es nur einen kurzen Bericht. Es hatte in der Nacht etwas geregnet, der Campground ist jedenfalls nass. Wir starteten in den Tag extrem langsam, wollten heute einen Gang runter schalten. Nach Kaffee und Dusche wandern wir in das Stadtzentrum, viel los war nicht wirklich. Einen Heizlüfter gab es wieder nicht, dafür hatten wir zwei Fleecedecken erstanden, die uns in den zu erwartenden kalten Nächten in der nächsten Woche vielleicht ein wenig Wärme zusätzlich bieten könnten. Warten wir es ab. Nach einem wärmenden Pulli oder Sweatshirt zu schauen war nutzlos, der modische Chic fehlte total und das Angebot sah ziemlich unmöglich aus, es gibt hier einfach keinen Chic.

Aber wir haben wenigstens die Decken! Ich werde berichten, wann sie zum Einsatz gekommen sein werden.

Die Mainstreet, mit zum Teil sehr alten und sehenswerten Fassaden war schnell rauf und runter geschlappt, viele Geschäfte gab es nicht mehr und der Gang über die John Pirie Brücke war dahingehend interessant, dass eine starke Strömung und bewegungsfreudige Krebse zu beobachten war. Die Ebbe hatte eingesetzt und das Wasser zog sich deutlich zurück

Den Nachmittag hatten wir in aller Ruhe verbracht und uns die Strecke für morgen ausgesucht. Wir planen bis nach Wallaroo zu kommen.

Liebe Grüße an alle, habe mir heute einen Topflappen gekauft, die Griffe der Pfannen sind nach dem Einsatz verdammt heiß und in dem Camper gibt es keine!

26.10.2022

 

Wir bereiteten uns nach gut verbrachter Nacht auf die Weiterfahrt auf der Yorke-Halbinsel vor. Diese Halbinsel war vor der Besiedlung durch die Europäer um das Jahr 1840 Heimat des Aborigines-Stammes der Narungga, die hier als Nomaden lebten und vom Fischfang und der Jagd lebten.

Der Spencer Hwy. führte vorbei an riesigen Getreidefeldern mit den dazugehörigen Farmhäusern, die man diesmal ohne weiteres von der Straße aus auch sehen konnte. Zunächst fuhren wir bis Port Broughton, eine kleine Küstenstadt, Stadt ist eigentlich etwas übertrieben, bei etwa 1000 Einwohnern, die zwischen zwei Landzungen liegt. Sie war jedenfalls überschaubar. Die Getreidefelder ragten bis weit zum Horizont. Alles steht scheinbar gut im Korn. 

Danach erreichten wir Wallaroo, eine kleine Hafenstadt an der Westseite der Yorke-Halbinsel. Von 1861 bis 1923 war Wallaroo ein bedeutender Hafen für die Verschiffung von Mineralien der Minen von Little Cornwall, dazu gehörten auch Moonta und Kadina. Kadina war bekannt, oder ist es noch, für seine Kupferminen.

Der Name Wallaroo kommt von dem Aborigines-Namen „wadlu waru“ = Wallaby-Urin, weil der Kupferabbau wohl so einen komischen Geruch in dem Städtchen hinterließ.

Die kleinen Städtchen sahen mal wieder sehr entzückend und fernab von Gut und Böse, als wäre hier die Zeit stehen geblieben.

In Moonta wollten wir uns auf dem Campground einbuchtenden, jedoch war die Straße dorthin gesperrt und es gab auch keine Umfahrung der Baustelle.

Wir mussten also weiter und erreichten dort den Big-4 Breeze Holiday Park, buchten uns für zwei Nächte ein und waren überrascht, die Krönung war dann der Stellplatz mit direktem Blick zum Spencer Golf. Es wurde noch rasch eine Maschine mit Schmuddelwäsche in Betrieb genommen, die dann in der herrlich scheinenden Sonne und dem Wind rasch trocknete.

Bis morgen.

27.10.2022

 

In der Nacht war es sehr stürmisch, der Wind pustete wie wild um das Auto und die Wellen waren sehr groß. Am Sternenhimmel zeigte sich der Oriongürtel, der mir sehr gut gefällt.

Es wurde ganz in Ruhe in den Tag gestartet, die ersten Camper kramen ihre Sachen zusammen und verließen so nach und nach den Campground.

Wir fuhren nach Moonta und unternahmen den Historical Walking Trail. Die zum Teil sehr alten Häuschen und Geschäfte, erbaut zwischen 1863 und 1917, waren noch recht gut erhalten und wir hatten wieder das Gefühl mit der Zeitmaschine unterwegs gewesen zu sein. Aber es war schön.

Besuchten noch eine alte Kupfermine, bzw. das, was davon übrig geblieben war. Der Hügel sah aus wie der Ayers Rock im Kleinformat. Norbert entdeckte noch ein paar Buschtomaten, die sogar als Superfood angepriesen werden.

Am Nachmittag machten wir einen ausgedehnten Strandspaziergang, viel angespültes Seegras oder Seetang lag am Strand, wirkte nicht sehr einladend. Der Rest des Tages wurde in Ruhe verbracht und die Strecke für morgen ausgesucht. Bis dann.

Strand ohne Ende

 

28.10.2022

 

Der heutige Bericht wird etwas kürzer ausfallen, es gab einfach nicht allzu besonderes zu berichten. Wir hatten nun die Spitze der Yorke-Halbinsel erreicht und buchten uns für 2 Nächte in Marion-Bay ein. Dieses Städtchen scheint relativ neu zu sein, es stehen überwiegend neuere Häuser, bis hin zu stattlichen Villen, hier. 

Die europäische Besiedlung begann 1846 mit Schafen, die es heute noch in beträchtlicher Anzahl gibt.

In den frühen 1900er Jahren wurde hier Gips entdeckt und bis 1930 abgebaut und 1913 die Bergbaustadt Inneston gegründet. In Marion Bay wird noch immer etwas Gips abgebaut.

Morgen wollen wir den Dhilba Guurunda-Innes Nat.-Park erkunden, brauchen dafür aber ein Day-Permit.

 

29.10.2022

 

Die Nacht war wieder sehr frisch und die kommenden Nächte sollen sogar temperaturmäßig in den einstelligen Bereich fallen. Keine so schönen Aussichten. 

Nichtsdestotrotz machten wir uns auf den Weg den Dhilba-Guuranda-Innes Nat.-Park zu befahren. 

Die Narungga bewohnten seit Jahrtausenden die Halbinsel Yorke und bestanden aus vier Clans, dem Garnarra, dem Clan des Nordens, dem Windera des Ostens, dem Warriors des Westens und dem Dhilba des Südens. Sie sind die traditionellen Eigentümer des Landes und haben starke kulturelle Verbindungen zu ihrem Land, wobei einige Orte eine ganz besondere spirituelle Bedeutung haben. Es ist aber merkwürdig, dass wir bisher noch keine Aborigines gesehen haben.

Im Visitor-Center holte ich den Tagespass und bereits auf dem nächsten Car-Park war der Ranger bereits dabei, die auf dem Parkplatz abgestellten Autos zu kontrollieren, ob der Eintritt entrichtet wurde.

An der Pindalowie Bay erwischte uns ein Regenschauer, war äußerst unangenehm. Hier waren einige Surfer auf dem Wasser unterwegs, die die recht ordentlichen Wellen nutzten.

Der nächste Punkt war das West Cape mit einem Leuchtturm und wunderschöner Landschaftsformation. Gesehen hatten wir reichlich Emus, mit oder ohne Familie. Eine Schlange wurde entdeckt, die gemütlich sich über die Straße schlängelte, ein Foto hatten wir an Wolf geschickt, doch er wußte auch nicht wirklich, was für eine Schlange das sollte, aber Abstand wäre wohl angesagt, wollten dem Viech auch nicht zu nahe rücken. Wir entdeckten noch 3 Blauzungenskinks in der Innerston Historic Township. Der Knüller am Beginn unserer Tour aber war Chinamans Hat Island vor der Küste. 

Die gesamte Küste war überhaupt sehr reizvoll anzuschauen, nur der Wind war weniger angenehm, brachte mir nur Kopfschmerzen ein.

Der ganze Tag war aber sehr schön, bis auf den eine Regenschauer, und hinterließ eine Menge Eindrücke, die bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben werden.

Morgen werden wir den südlichen Teil der Halbinsel verlassen und Richtung Norden, wohin ist noch völlig offen. Jedoch ziehen wir grundsätzlich, wegen der zu erwartenden nächsten ziemlich kalten Nächte, die Temperaturen gehen in den einstelligen Bereich, in Erwägung auf die Nächte im Camper zu verzichten und eine Unterkunft in einem beheizbaren Bungalow vorzuziehen.

Wir schicken nun ganz liebe Grüße und danken für die netten Kommentare, bis bald aus hoffentlich wärmeren Gefilden.

 

30.10.2022

 

Gegen Morgen wurde es mal wieder ungemütlich, stürmische Winde tobten um unseren Camper, der bei jeder heftigen Böe wackelte.

Es wurde Zeit unsere Zelte in Marion Bay abzubrechen und befuhren den Yorke Hwy. Richtung Norden. Der heftige Wind und der starke Regen machten die Fahrt nicht gerade angenehm. Die Landschaft war grau in grau und die Schafe auf den Weiden waren pitschnass.

Wir durchfuhren Yorketown, die einzige Stadt Süd-Australiens, die von freien Siedlern und nicht von Sträflingen aufgebaut wurde. Wie auch die folgenden Küstenstädte besitzt Yorketown eine eigene Seebrücke, die in der Vergangenheit dazu genutzt wurde um Güter und Waren per Dampfschiff zu transportieren. Diese werden heute nur noch zum Angeln genutzt und das reichlich. Das nächste kleine Städtchen war Edithbourgh, das wir durchfuhren, genauso klein und entzückend wie die davor. Die Population beträgt ca. 500 und wurde 1869 gegründet. Die erstem europäischen Pioniere kamen in den 1840 er Jahren und waren Schafweider und Pastoralisten.

Das nächste kleine Städtchen war Stansbury, das als Austernbucht bekannt wurde. Diese wurde 2019 zur ordentlichsten Stadt ernannt.

In Ardrossan hatten wir endlich unser Ziel erreicht, hier werden wir eine Nacht bleiben. Wir bekamen mit Ach und Krach noch einen Stellplatz, wurden dann aber gemaßregelt, wie wir zu stehen hatten, einer sagt Hü, der andere Hot. Wir stellten also die Kiste um und standen wie gewünscht und erwartet.

In den sanitären Anlagen drang nicht pausenlos irgendwelche Musik und vor allem kreischende Werbung aus den Lautsprechern, es war einfach angenehm ruhig.

Heute bekam ich endlich Fish’n Chips auf den Teller, hatten Whiting und Flathead mit Chips, darauf freute ich mich schon seit Tagen. Es hat sehr gut gemundet.

Morgen geht es dann weiter Richtung Dublin, wo mehrere Proteststatuen stehen, die sehenswert sein sollen.

 

 

Tagesbeginn

Vor dem Sturm, nach dem Sturm